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FachberatungAktionswoche Schuldnerberatung

Die Schuldnerhilfe Essen gGmbH hat sich bereits mehrfach an der "Aktionswoche Schuldnerberatung" beteiligt.

Verein Schuldnerhilfe bilanziert: 10 Jahre Verbraucherinsolvenz

Das vor zehn Jahren eingeführte Verbraucherinsolvenzverfahren ist nach Auffassung des Verein Schuldnerhilfe Essen e.V. (VSE) ein Erfolgsmodell. Anlässlich der bundesweiten Themenwoche Schuldnerberatung unter dem Motto „Zehn Jahre Verbrauchinsolvenz - ein Weg aus den Schulden“ zieht der VSE eine positive Bilanz.

2064 Betroffene haben die Fachkräfte des VSE bisher im Insolvenzverfahren begleitet. In 238 Fällen war der außergerichtlich Einigungsversuch mit den Gläubigern erfolgreich. In allen anderen musste ein gerichtlicher Insolvenzantrag gestellt werden. 806 mal wurde den Betroffenen vom Insolvenzgericht eine Schuldenbefreiung erteilt. Zur Zeit sind über 25.000 Menschen in Essen überschuldet (1). Durch Entlassungen, Niedriglöhne und zunehmende Kurzarbeit im Zuge der Wirtschaftskrise ist zu befürchten, dass diese Zahl weiter ansteigt.

„Ohne Insolvenzverfahren wäre eine Weg aus der Schuldenfalle für viele nicht denkbar“, resümiert Wolfgang Huber, Leiter der Beratungsstelle.Seit Anfang 1999 bietet das Verbraucherinsolvenzverfahren überschuldeten Privatpersonen die Chance auf einen wirtschaftlichen Neubeginn. Über 9.200 (2) Anträge sind seitdem beim Essener Insolvenzgericht eingegangen. Mit zusätzlichen Ressourcen bei der Schuldnerberatung und den Insolvenzgerichten, so Wolfgang Huber, könnten es deutlich mehr sein.

Im Verbraucherinsolvenzverfahren müssen sich die Schuldner, in der Regel mit professioneller Unterstützung, zunächst um eine außergerichtliche Einigung mit ihren Gläubigern bemühen. Scheitert eine freiwillige Einigung, können sie einen gerichtlichen Insolvenzantrag stellen. Ihr Vermögen und ihr pfändbares Einkommen müssen sie dabei sechs Jahre lang an einen vom Gericht bestellten Treuhänder abgeben. Die eingesammelten Beträge werden gleichmäßig an die Gläubiger verteilt. Erfüllen die Schuldner ihre gesetzlichen Pflichten, erhalten sie nach 6 Jahren eine Befreiung von den restlichen Schulden.

Anmerkungen:

(1) Zahl der Anträge auf Abnahme der Eidesstattlichen Versicherungen bei den Essener Amtsgerichten: 2008: 25.564 (+3%)

(2) 9.217 gemäß Statistik des Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen NRW

Aktionswoche Schuldnerberatung mit Hotline für Betroffene

Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche der Schuldnerberatung können sich Essener Bürger am Montag, den 21.06.2010 an die Berater des Verein Schuldnerhilfe Essen e.V. (VSE) und der Verbraucherzentrale NRW, Beratungsstelle Essen, wenden. Zwischen 16.00 und 19.00 Uhr ist unter Telefon 24 888 16 und 82 72 60 eine Hotline geschaltet.

Die Aktionswoche steht unter dem Motto: "Geschäfte mit der Armut". Über drei Millionen Haushalte in Deutschland können ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen, allein in Essen ca. 24.000 [*1]. Knapp die Hälfte davon sind Familien mit Kindern. Die Zahl der Essener Verbraucherinsolvenzen stieg im Vorjahr um 39,2 % auf 816 Verfahren [*2].

Vorgebliche Kreditvermittler und so genannte Schuldenregulierer wittern ihre Chance und nutzen die verzweifelte Situation von Überschuldeten aus. Sie versprechen einfache Hilfe ("Zahlen Sie nur noch an eine Stelle"; "Werden Sie Ihre Schulden los!"), um dann teure Geschäfte mit der Notlage der Betroffenen zu machen. Durch unangemessene Bearbeitungsgebühren, Vermittlung an Spezialanwälte oder teure Gebühren und Zusatzverträge kann sich die finanzielle Situation Betroffener erheblich verschlechtern. Das gleiche gilt für "Spezialbanken", welche bereits verschuldeten Haushalten überteuerte Zusatzkredite gewähren.

"In der Aktionswoche wollen wir über die Praktiken der Armuts- und Schuldenprofiteure aufklären und die Öffentlichkeit für die Situation überschuldeter Haushalte sensibilisieren", so Bernhard Paul, stellvertretender Leiter der Schuldnerhilfe. Betroffene werden aufgerufen, sich frühzeitig mit ihren Problemen an kompetente Stellen zu wenden und nicht kritiklos den Heilsversprechungen kommerzieller Regulierer und Vermittler zu glauben. Die Folgen falscher Beratung oder teurer Umschuldungen, so Volker Naujok von der Verbraucherzentrale, ist nicht selten ein Abrutschen in die Armut. Hierunter leiden in erster Linie die Kinder der betroffenen Familien.

Für Betroffene, deren Konto gepfändet worden ist, gibt es ab dem 01.07.2010 neue rechtliche Möglichkeiten. Sie können ihr Girokonto in ein sogenanntes P-Konto (=Pfändungsschutzkonto) umwandeln lassen und damit Ihr Guthaben im Rahmen des notwendigen Lebensunterhalts schützen.

Anmerkungen

[*1] 23.848 gemeldete Verfahren zur Abnahme der eidesstattlichen Versicherung bei den Amtsgerichten Essen in 2009

[*2] Zum Vergleich: Anstieg in NRW lediglich 6,1 % (Zahlen von IT.NRW)

derwesten.de, 21.06.2011: Dominika Sagan

Besuch bei den Schuldnerberatern: NRW-Justizminister Thomas Kutschaty kam anlässlich der Schuldenwoche in die Essener Verbraucherzentrale. Der Politiker erfuhr von 971 Insolvenzanträgen in Essen für das Jahr 2010, von denen 280 mit Hilfe der Verbraucherzentrale und der Schuldnerhilfe gestellt worden sind.

Die Zahlen steigen, Fachkräfte fehlen, sagte Margot Schulte, Leiterin der Verbraucherzentrale, sprach damit die finanzielle Not der Schuldnerberatungen an. Gelder und Stellen der Berater seien auf dem Stand von 1999. Das sind 5 Millionen Euro, ab 2011 gibt es 500.000 mehr. Für 2012 eine Absichtserklärung des Landes über die gleiche Summe.

Die heutige Situation bedeute für Schuldner anderthalb Jahre Wartezeit. "Geschäfte mit der Armut" seien eine Gefahr, sagte Klaus Müller, Vorstand NRW-Verbraucherzentrale. Denn in der Zeit fallen Schuldner regelmäßig unseriösen Beratern zum Opfer, so Roman Ernst, Vorstand der Schuldnerhilfe.

Auto und Shopping

Zur Pleitestatistik: Knapp 60 Prozent sind Männer, das Problem ist oft die Autofinanzierung. Schuldenfalle der Frauen: Shopping im Versandhandel. Oben stehen die 46- bis 60-Jährigen. Bei 18- bis 27-Jährigen sind Insolvenzen um 27 Prozent gestiegen.

Der Minister informierte sich daher auch über die Prävention, die an Schulen erfolgreich sei, an Familienzentren mangels Nachfrage nicht, sagte Schulte. Ein neues Projekt stellte Wolfgang Huber, Geschäftsführer der Schuldnerhilfe, vor: ein Spiel, bei dem das Gleichgewicht und nicht der Geiz gewinnt. "Es lehrt Sparen und Spaß haben."

Immer mehr Senioren haben Schulden - Verein Schuldnerhilfe und Verbraucherzentrale in Essen beteiligen sich an Aktionswoche

Die diesjährige bundesweite Aktionswoche Schuldnerberatung steht unter dem Motto: „Alter, Armut, Schulden: Bis gestern ging’s noch“. Sie wird in Essen vom Verein Schuldnerhilfe und der Verbraucherzentrale NRW, Beratungsstelle Essen mit gemeinsamen Aktionen begleitet:

Geplant ist eine gemeinsame Informationsveranstaltung der beiden Essener Schuldnerberatungsstellen für Senioren im Wilhelm-Heine-Seniorenzentrum der AWO. Am 04.07. folgt ein Gespräch mit dem Essener Seniorenbeirat, um das Thema auch politisch in den Fokus zu rücken. Andrea Grondstein, Beraterin der Verbraucherzentrale NRW in Essen: „Die Altersarmut wächst und immer mehr Seniorinnen und Senioren haben Probleme, Ihre Rechnungen zu bezahlen. Wir möchten gezielt präventiv tätig werden, aber auch über Hilfsmöglichkeiten aufklären.“

Verantwortlich ist nach Ansicht der Fachkräfte in erster Linie der demographische Wandel mit steigender Lebenserwartung einerseits und sinkenden Renten andererseits. Er führt zu Armut und zunehmender Verschuldung alter Menschen. So stieg der Anteil der über 60jährigen beim Verein Schuldnerhilfe in 2011 von 12,9% auf 14,7%.

Wolfgang Huber, Leiter der Schuldnerhilfe: „Ältere Menschen stehen den komplexen Angeboten von Handel, Banken, Medien- und Teledienstanbietern oft hilflos gegenüber. Für sie ist es aufgrund fehlender Mobilität und mangelnder Internetkenntnisse kaum möglich, sich über passende und günstige Angebote zu informieren. Schuldnerberatung wird sich deshalb in Zukunft verstärkt um die Belange älterer Menschen kümmern.“

Als Beispiel für unseriöse Praktiken nennt Huber die Preisausschreiben-Masche, die Betroffenen einen Gewinn vorgaukelt, den es gar nicht gibt und sie stattdessen zum Abschluss überflüssiger und teurer Verträge verleitet. Bei Nichtzahlung drohen hohe Mahn- und Inkassogebühren und ein Abrutschen in die Überschuldung.

Nach Ansicht der Essener Schuldnerberater sind neue Verbraucherschutzgesetze erforderlich, welche die Bedürfnisse älterer Verbraucher, insbesondere von Hochbetagten, stärker berücksichtigen. Auch sollten spezifische Hilfsangebote für ältere Menschen entwickelt werden, um sie bei der Abwehr ungerechtfertigter Forderungen zu unterstützen und ihre Finanz- und Konsumkompetenz zu stärken.

Mit einem neuen Ratgeber wendet sich die Verbraucherzentrale NRW gezielt an Senioren. Ihnen wird ein Sparfahrplan an die Hand gegeben, um die Haushaltskasse besser in den Griff zu bekommen. Am Anfang steht ein Kassensturz, der einen Überblick über die finanzielle Situation verschafft. Außerdem werden Zahlungsprioritäten genannt und wichtige Spartipps zu Kontoführung, Energieverbrauch, Gesundheit und Versicherung gegeben.

Aktionswoche Finanzkompetenz „Fit im Umgang mit Geld!“

Vom 15. bis zum 19.07.2013 findet die vom Verbraucherministerium NRW geförderte landesweite Aktionswoche Finanzkompetenz statt. Dabei steht die Stärkung der Finanzkompetenz von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt. Anbieterunabhängige finanzielle Verbraucherbildung ist insbesondere für junge Menschen unerlässlich. Der kompetente Umgang mit Geld ist eine Qualifikation für eine verantwortliche wirtschaftliche Lebensführung. Sie soll in diesen Tagen entwickelt und gefördert werden.

Eines der insgesamt 34 landesweiten Projekte findet am 17.07.13 in Essen statt. Gemeinsam mit der Frida-Levy-Schule beteiligen sich der Verein Schuldnerhilfe und die Verbraucherzentrale NRW mit einem Projekttag an der Aktionswoche Finanzkompetenz.

75 Schülerinnen und Schüler der 10ten Klassen erhalten die Möglichkeit, wichtige Finanzkompetenz für den Alltag zu erwerben. Dabei geht es um Themen wie Girokonto, Dispo, Ratenkredite, Smartphone, Internetkäufe und Onlinedienstleistungen. Neben den Materialien der Stiftung Deutschland im Plus kommt der vom Verein Schuldnerhilfe entwickelte FinanzFührerschein zum Einsatz. Wer hierbei am Ende eine Prüfung besteht, erhält eine Zertifikat, welches alltagstaugliches Wissen in finanziellen Dingen bescheinigt.

Die teilnehmenden Stellen freuen sich, dass das Thema finanzielle Bildung mit der landesweiten Themenwoche Finanzkompetenz so große Aufmerksamkeit erhält. Für den Verein Schuldnerhilfe ist finanzielle Bildung seit Jahren ein wichtiges Themenfeld, um der späteren Verschuldung junger Menschen effektiv vorzubeugen.

Glück im Unglück - fair/play hilft bei Glücksspielsucht

Die Essener Suchthilfe und die Essener Schuldnerhilfe beteiligen sich mit ihrem Projekt fair/play am bundesweiten Aktionstag gegen Glücksspielsucht. Am 25.09. wird ein Informationsstand in der Essener Innenstadt aufgebaut.

"Wir wollen das Thema Glücksspiel und Glücksspielsucht aus der Tabuzone holen", erläutert Michael Mombeck von der Essener Suchthilfe das Ziel der Aktion. "Betroffene und ihre Angehörigen sollen wissen, dass und wo es Hilfe gibt". Seit dem 1. April steht in Essen mit Unterstützung der Krupp-Stiftung Essen ein qualifiziertes, in dieser Form bundesweit einmaliges Hilfsangebot für abhängige Glücksspieler und Angehörige bereit. Im Focus steht der enge Zusammenhang zwischen problematischem Spielverhalten und hoher Verschuldung.

Bei circa 0,5% der Bevölkerung ist nach aktuellen Studien ein problematisches Spielverhalten erkennbar. Für Essen ist somit von etwa 2.800 Betroffenen auszugehen. Die Folgen des Glücksspiels können gravierend sein: Betroffene leiden nicht selten unter Vereinsamung, Depression oder Verschuldung. Über 40 mal haben sich seit Projektbeginn Betroffene an die Berater der beiden Vereine gewandt. Mit dem Aktionstag soll noch mehr Betroffenen Mut gemacht werden, aktiv Hilfe zu suchen.

Politisch bekommt das Projekt nach Einschätzung von Wolfgang Huber, dem Leiter der Schuldnerhilfe Essen, zur Zeit Rückenwind aus Berlin. "Die geplanten gesetzlichen Änderungen gehen in die richtige Richtung. Insbesondere die Abschaffung des 'Punktespiels' an Geldautomaten lässt zuzkünftig auf eine Senkung der Schulden durch Spielverluste hoffen", so Huber. Langfristig soll das Angebot von "fair/play" noch erweitert werden. Geplant sind ein ambulantes therapeutisches Angebot für Glücksspieler und ein präventives Unterrichtsangebot für junge Menschen zu den Gefahren des Glücksspiels.

Die Essener Suchthilfe und die Essener Schuldnerhilfe beteiligen sich mit ihrem Projekt fair/play am bundesweiten Aktionstag gegen Glücksspielsucht. Am 23.09. wird ein Informationsstand in der Essener Innenstadt, Nähe Essener Dom, aufgebaut.

"Wenn Probleme zum Glücksspiel führen, wird Glücksspiel das Problem", erklärt Thorsten Brücher von der Suchthilfe direkt. "Betroffene und ihre Angehörigen sollen wissen, dass und wo es Hilfe gibt".

Seit dem 1. April 2014 steht in Essen mit Unterstützung der Krupp-Stiftung Essen ein qualifiziertes, in dieser Form bundesweit einmaliges Hilfsangebot bereit. Bislang registrierten die Mitarbeiter über 200 Kontakte mit abhängigen Glücksspielern und Angehörigen. Im Focus steht der enge Zusammenhang zwischen problematischem Spielverhalten und hoher Verschuldung.

Nach aktuellen Studien ist für Essen von etwa 2.800 Betroffenen auszugehen. Aus den Gesprächen am Infostand aus dem Vorjahr schätzt Reinhard Sappok vom Verein Schuldnerhilfe die Dunkelziffer höher. „Viele Angehörige zögern Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen. Ehrlich gemeinte Versprechen und spielfreie Phasen führen zu der falschen Annahme Jetzt sei alles im Griff“.

Mit Sorge registrieren die Mitarbeiter der Beratungsstellen die wachsende Zahl an Spielhallen in der Stadt Essen und die Verlockung für junge Leute, die auf schnelle Gewinne hoffen. Allein in Essen beliefen sich die Verluste an Geldspielautomaten in 2014 auf 49 Millionen Euro!

Die Folgen des Glücksspiels können gravierend sein: Betroffene leiden nicht selten unter Vereinsamung, Depression oder Verschuldung. Mit dem Aktionstag soll Betroffenen und Angehörigen Mut gemacht werden, aktiv Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Langfristig soll das Angebot von "fair/play" noch erweitert werden. Geplant ist ein ambulantes therapeutisches Angebot für Glücksspieler. Präventive Unterrichtsangebote für junge Menschen zu den Gefahren des Glücksspiels werden derzeit durchgeführt.