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AngeboteInfos zum Verbraucher-Insolvenzverfahren

Das Verbraucherinsolvenzverfahren gibt überschuldeten Verbrauchern die Chance eines wirtschaftlichen Neuanfangs. Sofern das Verfahren für Sie in Frage kommt, führen wir den gesetzlich vorgeschriebenen außergerichtlichen Einigungsversuch für Sie durch und begleiten Sie im anschließenden gerichtlichen Verfahren. Eine Begleitung Selbständiger oder ehemals Selbständiger im Regelinsolvenzverfahren ist nicht möglich.

Im Verbraucherinsolvenzverfahren wird im ersten Schritt versucht, sich mit allen Gläubigern außergerichtlich zu einigen. Scheitert dies, wird von einer geeigneten Stelle eine Bescheinigung über das Scheitern ausgestellt. Geeignete Stellen sind z.B. Schuldnerberatungsstellen, Rechtsanwälte und Steuerberater. Dann wird der Insolvenzantrag bei Gericht gestellt. Es entscheidet, ob nochmals - diesmal mit seiner Hilfe - ein Einigungsversuch gestartet werden soll. Wird dies verneint oder scheitert der zweite Versuch, wird das eigentliche Insolvenzverfahren eröffnet. Hierbei werden pfändbare Vermögenswerte anteilmäßig auf die Gläubiger verteilt.

Während der dann folgenden Wohlverhaltensperiode muss der Schuldner die pfändbaren Beträge seines Einkommens über einen Insolvenzverwalter an seine Gläubiger zahlen. Ferner muss er bestimmte Obliegenheiten erfüllen, wie z.B. eine angemessene Erwerbstätigkeit ausüben. Diese Anforderung wurde seit dem 01.07.2014 verschärft. Hat der Schuldner die Wohlverhaltensperiode gut überstanden, erhält er durch einen gerichtlichen Beschluss die Befreiung von den Restschulden.

Wichtig: Steuerschulden und Unterhaltsforderungen können unter bestimmten Umständen von einer Schuldenbefreiung ausgeschlossen werden.

Die Dauer der Wohlverhaltensperiode beträgt drei bis sechs Jahre. Im Einzelnen gilt: Zahlt der Schuldner 35% der Schulden sowie die gesamten Verfahrenskosten innerhalb von drei Jahren, gilt eine dreijährige Frist. Bringt er wenigstens die Verfahrenskosten auf, erhält er die Schuldenbefreiung nach fünf Jahren, ansonsten bleibt es bei der Sechsjahresfrist.

Seit dem 01.07.2014 ist bei Verbraucherinsolvenzen unter bestimmten Umständen ein s.g. Planverfahren möglich. Es bietet flexible Möglichkeiten einer Einigung, die bisher nicht möglich waren. Mit dem Einverständnis einer Mehrzahl der Gläubiger kann hierbei zum Beispiel eine individuelle Schuldenregulierung mit noch kürzerer Laufzeit vereinbart werden. Eine Stundung der Verfahrenskosten ist beim Planverfahren nicht möglich.

Gern beraten wir Sie bei Fragen rund um das Thema Verbraucherinsolvenz.

Erste Tipps

  • Ordnen Sie Ihre Unterlagen.
  • Nehmen Sie an unserer Infoveranstaltung teil.
  • Lassen Sie sich von kompetenter Stelle beraten, z.B. von einer Schuldner- oder Verbraucherberatungsstelle oder einem Rechtsanwalt.

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