Aufmacherbild

Über unsPressemitteilung

Aktionswoche „SCHULDEN MACHEN KRANKheit macht schulden“

06.06.2016

Im Rahmen der diesjährigen bundesweiten Aktionswoche Schuldnerberatung sind die Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW, Essen und der Schuldnerhilfe Essen auf Einladung des JobCenters Essen am Montag, den 06.06.2016 im Jobcenter Mitte-Nord, Lützowstraße 49, mit einem Infostand vertreten. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich über gemeinsame Angebote informieren.Überschuldete Personen sind, wie Studien belegen, überdurchschnittlich oft erkrankt. Umgekehrt ist Krankheit ein wesentlicher Auslöser für Überschuldung. "Als Reaktion auf die finanzielle Krise kommt es häufig zu körperlichen oder psychosomatischen Leiden“, so Wolfgang Huber, Geschäftsführer der Schuldnerhilfe Essen. „Die finanzielle Notlage und die damit verbundene eingeschränkte soziale Teilhabe beeinflussen das Verhalten überschuldeter Personen negativ. Sie achten weniger auf gesunde Ernährung und treiben weniger Sport als andere. Da sie die Zuzahlungen für Medikamente fürchten, lösen sie ärztliche Rezepte nicht ein."   Von diesem Schicksal sind vielfach auch Arbeitslose betroffen. Die Arbeitslosigkeit kann sowohl Auslöser als auch Folge von Schulden und Krankheit sein. Mit der Einschaltung eines Fachteams aus Medizinern, Psychologen und Fallmanagern will das JobCenter die Gesundheit der Betroffenen verbessern und sie wieder fit für den Arbeitsmarkt machen. Die Maßnahmen sollen zukünftig verstärkt mit der Schuldnerberatung vernetzt werden, um die Arbeitsmarktchancen der Betroffenen durch eine Schuldenregulierung zu verbessern.   "Um dem Kreislauf aus Arbeitslosigkeit, gesundheitlichen Einschränkungen und Überschuldung zu entkommen, ist es wichtig, verzweifelten Bürgern Lösungswege aus ihrer Lebenskrise aufzuzeigen", sind sich Thomas Mikoteit, Abteilungsleiter des Jobcenters Essen und Volker Naujok von der Essener Beratungsstelle der Verbraucherzentrale einig. "Kranke Arbeitslose sind nicht vermittelbar. Helfen wir Arbeitslosen bei der Schuldenregulierung, werden sie von einer großen Belastung befreit und ein entscheidender Schritt hin zu einem gesünderen Leben ist getan".

„Damit geht ein jahrzehntelanger Kampf der Verbände für das Recht auf ein Girokonto erfolgreich zu Ende“, stellt Geschäftsführer Wolfgang Huber zufrieden fest.

Statt des bisher freiwillig angebotenen „Jedermannkontos“ müssen die Banken nun ein Basiskonto anbieten, welches nicht teurer als vergleichbare normale Konten sein darf. Auf Wunsch des Kunden muss das Konto auch online geführt werden können. Neu ist, dass der Nutzer ein Recht auf Ausstellung einer Zahlungskarte hat. Wenn er dies nicht möchte, fällt dafür natürlich auch kein Entgelt an.

Früher waren für Beschwerden die Ombudsmänner der Sparkassen und Banken zuständig - nach Einschätzung der Schuldnerhilfe eine wenig effektive Lösung. „Beschwerden unsererseits“, erinnert sich Wolfgang Huber, „wurden in der Vergangenheit nicht stattgegeben“. Heute dagegen kann sich der Kunde an die Finanzaufsicht (BaFin) wenden, welche die Möglichkeit hat, ein Verwaltungsverfahren gegen die Bank einzuleiten.

Die Schuldnerhilfe weist darauf hin, dass das Gesetz - anders als bisher - auch für Kunden gilt, die bereits ein Zahlungskonto haben, von diesem aber kein Geld abheben können. Dies ist z.B. der Fall, wenn die Bank das Kontoguthaben mit eigenen Ansprüchen verrechnet und deshalb die Auszahlung verweigert.

Huber: „Diese neue Regelung ist für überschuldete Menschen ein wichtiger Fortschritt. Früher war häufig der Lebensunterhalt gefährdet, wenn Kunden nicht mehr über das Geld auf ihrem Konto verfügen konnten.“

Betroffene werden aufgerufen, ihr neues Recht in Anspruch zu nehmen. Anträge auf Abschluss eines Basiskontovertrags gibt es unter www.schuldnerhilfe.de.

Download Antrag auf Abschluss eines Basiskontovertrages