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Insolvenzreform: Schuldnerhilfe informiert über Änderungen

01.07.2014

Der Verein Schuldnerhilfe Essen e.V. (VSE) teilt mit, dass zum 01.07. wichtige Änderungen im Verbraucherinsolvenzrecht in Kraft treten. So werden Betroffene zukünftig bereits nach fünf statt nach sechs Jahren eine Befreiung von den Schulden erhalten, wenn sie es schaffen, die Verfahrenskosten von circa 1.500 € aufzubringen. Wer zudem 35% der gesamten Schulden in drei Jahren bezahlt, erhält bereits dann die Befreiung von den restlichen Schulden. Hierbei fallen allerdings hohe Zusatzkosten für den Insolvenzverwalter an.

Das neu eingeführte Planverfahren für private Schuldner bietet unter bestimmten Umständen  Möglichkeiten einer Einigung, die bisher nicht denkbar waren. Mit dem Einverständnis einer Mehrzahl der Gläubiger kann zum Beispiel eine individuelle Schuldenregulierung mit noch kürzerer Laufzeit vereinbart werden.

Auf der anderen Seite werden aber auch die Rechte der Gläubiger gestärkt. Steuerschulden können zukünftig unter bestimmten Umständen genauso von einer Schuldenbefreiung ausgeschlossen sein wie Unterhaltsforderungen. Auch erhält der Gläubiger mehr Zeit für einen Antrag auf Widerruf einer bereits erteilten Schuldenbefreiung. Die Anforderungen an den erwerbslosen Schuldner, sich um eine Stelle zu bemühen, werden steigen.

Die ab 01.07. erstmals bestehende Möglichkeit einer Vertretung von Schuldnern im gerichtlichen Insolvenzverfahren sieht Wolfgang Huber, Leiter des VSE, skeptisch: "Wir verstehen uns eigentlich mehr als soziale Beratungsstelle denn als Rechtsvertretung. Aber wir werden die Chancen des neuen Gesetzes sorgfältig prüfen."

Weitere Informationen zu den seit 01.07.14 geltenden Änderungen