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Über unsPressemitteilung

Problematisches Glücksspiel - Hilfe jetzt auch für Internet-Spieler

12.01.2017

Mit ihrem neuen, von der Essener Kruppstiftung geförderten Projekt „fair/play vernetzt“ richten sich die Suchthilfe Essen und die Schuldnerhilfe Essen an Essener Bürger mit Glücksspielsuchtproblemen.

Geschäftsführer Wolfgang Huber von der Schuldnerhilfe: „Durch die Unterstützung der Stiftung können wir uns neuen Schwerpunkten in der Glücksspielsuchtberatung zuwenden.“

Man richte sich, so Huber, ab sofort nicht nur an Glücksspieler, die in Spielhallen und Casinos ihr Geld verzocken, sondern zusätzlich an die meist jugendlichen Internet-Glücksspieler. Sie verlören in Online-Rollenspielen durch kostenpflichtige Zusatzinhalte häufig viel Geld. Hier solle Hilfe sowohl durch persönliche Beratung als auch durch Onlinechats geleistet werden.

Um der steigenden Glücksspielsucht zu begegnen, wollen die beiden Beratungsstellen zukünftig präventiv tätig werden. Die Informationsveranstaltungen sollen sich insbesondere an die Zielgruppe der Berufsschüler richten. Ziel ist die Enttabuisierung und die Problematisierung des Themas Glücksspielen.

Die Kooperationspartner zogen eine positive Zwischenbilanz ihrer bisherigen Arbeit. 360 Personen haben sich seit dem Projektbeginn am 01.04.2014 mit ihren Problemen an die Fachkräfte der beiden Kooperationspartner gewandt. 186 Mal handelte es sich um Betroffene, 174 Mal suchten Angehörige von Betroffenen Rat und Hilfe.

„Die Folgen des pathologischen Glücksspiels“, so Bärbel Marrziniak von der Essener Suchthilfe, „können gravierend sein und reichen von Vereinsamung und Depression bis zur Verschuldung. Betroffen sind vielfach junge Menschen. So liegt das Eintrittsalter für regelmäßiges Glücksspiel bei 63% der Ratsuchenden unter 21 Jahre“.

Auffällig sind die geschlechtsspezifischen Unterschiede. 89% der Betroffenen sind männlich. Suchen dagegen Angehörige Rat, handelt es sich zu 75% um Frauen.

Die Verschuldung der überschuldeten Glücksspieler lag durchschnittlich bei 20.000 Euro. Durch Sanierungspläne, Zahlungsvereinbarungen und Verbraucherinsolvenzverfahren wurden Ihnen Entschuldungsperspektiven eröffnet und Wege aus der Schuldenfalle aufgezeigt.

Die Verluste der Essener Spieler an den über 2.000 Spielgeräten im Stadtgebiet stiegen in den vergangenen beiden Jahren um 4% auf 51 Millionen Euro. Im 10-Jahresrückblick ergibt sich im Bereich der Gastronomie eine Steigerung um 245% und bei den Spielhallen um 135%. Die Gesamtzahl der Spielgeräte ist erstmals seit Jahren zurückgegangen (-2,7%)*

Kontakt: Tel. 827260 und 86030

* Entnommen der bundesweiten Erhebung des Arbeitskreises gegen Spielsucht e.V. 2016; basierend auf kommunalen Angaben zur Anzahl der Geldspielgeräte in Spielhallen und Gastronomie