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Über unsPressemitteilung

Übergabe Jahresbericht 2016 an OB Kufen und Geschäftsführerwechsel bei der Schuldnerhilfe Essen gGmbH

05.04.2017

2.351 Haushalte hat die Schuldnerhilfe 2016 beraten, davon waren 1.328 Neuzugänge (+ 2%). Dabei stieg die Zahl der Insolvenzfälle auf den neuen Höchststand von 375 (+25%). Bei der Übergabe des aktuellen Berichts an Oberbürgermeister Thomas Kufen am 05. April 2017 erläuterten Vertreter der Schuldnerhilfe die Situation überschuldeter Menschen und die Fallzahlen 2016.

Vor einem Jahr hatte die Schuldnerhilfe Essen gGmbH die Schuldnerberatung mit ihrem Team erfahrener Fachkräfte vom Verein Schuldnerhilfe übernommen. Schuldnerberatung wird heute gebraucht wie nie zuvor: Fast 66.000 Essener sind laut Creditreform überschuldet und dauerhaft zahlungsunfähig. Ihr Anteil stieg um 0,6 Punkte auf den neuen Höchstwert von 13,6%. Und entgegen dem rückläufigen Landestrend sind die Verbraucherinsolvenzen in Essen 2016 um 14,6 % gestiegen.

Die Zahl der vom JobCenter vermittelten Langzeitarbeitslosen stieg 2016 auf das Allzeithoch von 775 Fällen. "Die hohen Fallzahlen sind nicht nur Ausdruck des großen Bedarfs", erläutert Geschäftsführer Wolfgang Huber, "sondern auch das Ergebnis der guten Kooperation zwischen den Fachkräften des JobCenter und der Schuldnerhilfe". 202 Betroffene konnten erfolgreich in das gerichtliche Verbraucherinsolvenzverfahren überführt werden und erhielten die Chance, beruflich und wirtschaftlich wieder Fuß zu fassen. Der Umfang der regulierten Schulden stieg auf knapp vier Millionen €.

47 Unterrichtsveranstaltungen haben die Fachkräfte der Schuldnerhilfe im vergangenen Jahr an Essener Schulen durchgeführt. Insgesamt wurden 1.900 Jugendliche mit den Angeboten zur finanziellen Bildung erreicht. Die Präventionsarbeit wird aus Mitteln der Stadt Essen, des Landes NRW und der Stiftung Deutschland-im-Plus gefördert. Die Angebote des „FinanzFührerschein“ wurden seit Beginn des Projekts vor 12 Jahren bundesweit von über 300.000 jungen Menschen genutzt.

Mit dem Projekt "fair/play vernetzt" hat die Schuldnerhilfe gemeinsam mit der Suchthilfe einen neuen Schwerpunkt in der Arbeit mit Glücksspielabhängigen gesetzt. Junge, glücksspielabhängige Menschen verlieren in Onlinespielen durch kostenpflichtige Zusatzinhalte häufig viel Geld. 360 Personen haben sich seit dem 2014 mit ihren Problemen an die Projektfachkräfte gewandt. Die Verschuldung liegt bei durchschnittlich 20.000 Euro. Die Verluste der Essener Spieler*innen an den Spielgeräten in der Essener Gastronomie stiegen in den vergangenen 10 Jahren um auf 245% auf 51 Millionen €.

Nach über 27 Jahre bei der Schuldnerhilfe übergibt Geschäftsführer Wolfgang Huber zum 01.05.2017 die Verantwortung an den derzeitigen Geschäftsführer des AKJ Essen, Philipp Hennen. Dieser sieht die Herausforderung der Zukunft darin, Betroffene noch frühzeitiger mit den Angeboten der Schuldnerhilfe zu erreichen. "Finanzielle Bildung", so Hennen, "soll langfristig dazu beitragen, junge Menschen vor der Schuldenfalle zu bewahren."

Thomas Kufen dankte Wolfgang Huber für seine langjährige erfolgreiche Arbeit und wünschte seinem Nachfolger Philipp Hennen alles Gute für seine neue Aufgabe.