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Verein Schuldnerhilfe: Gesetzliche Amnestie für Beitragsschulden nutzen!

01.08.2013

Betroffene mit Beitragsschulden können seit 01.08.2013 bei ihrer Krankenkasse einen Antrag auf Erlass von Beitragsrückständen stellen. Auf diese nur bis zum Jahresende geltende Möglichkeit weist der Verein Schuldnerhilfe Essen hin. Seit Einführung der Versicherungspflicht im Jahr 2007 waren bei vielen Versicherten horrende Beitragsschulden aufgelaufen. Ursache war die Rechtslage: Wer nicht versichert war, musste aufgrund der bestehenden Versicherungspflicht beim Eintritt in eine Krankenkasse alle Beiträge für nichtversicherte Zeiträume nachzahlen.

Hinzu kam ein Säumniszuschlag für Beitragsschulden in Höhe von 5%. Dies entspricht einem jährlichen Zinssatz von 60%, was zu einer Verdoppelung der Schulden innerhalb von weniger als zwei Jahren führt. Diese wucherzinsähnlichen Horrorzinsen wurden nun auf ein Prozent monatlich gesenkt. Sowohl die rückständigen Beiträge als auch die Säumniszuschläge können ab sofort auf Antrag erlassen werden. Dies gilt auch für unversicherte Personen, die sich bis zum 31. Dezember diesen Jahres noch bei einer Krankenkasse anmelden. 120 Betroffene zählt die Schuldnerhilfe in diesem Jahr, die sich mit Hilfe des neuen Gesetzes von ihren Beitragsschulden befreien können.

"Das neue Gesetz", so Wolfgang Huber, Leiter der Schuldnerhilfe, "stellt eine deutliche Entlastung für die Beitragszahler dar. Es ist für viele Betroffene die einzige Möglichkeit, einer dauerhaften Zahlungsunfähigkeit zu entkommen. Wir begrüßen die Korrektur der bisherigen ungerechten Gesetzeslage."

Für privat Versicherte gelten ähnliche Regelungen. Bis zum 31.12.2013 wird kein "Prämienzuschlag" erhoben, wenn bislang unversicherte Personen verspätet einen Versicherungsvertrag abschließen.

Auch wenn das Verfahren zur Abwicklung des Gesetzes noch nicht im Detail festgelegt ist, rät die Schuldnerhilfe allen Betroffenen, frühzeitig bei ihrer Krankenkasse einen formlosen Antrag zu stellen.